Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder,

als Schirmherrin des Bundesköniginnentages 2019 ist es mir eine große Ehre und Freude, ein Grußwort an Sie zu richten. Ich möchte diese Gelegenheit wahrnehmen und Sie bitten, sich gemeinsam mit mir an den Grundsatz der historischen Schützenbruderschaften zu erinnern. Sicher werden nun einige denken, was will denn die, den kennen doch alle. Natürlich kennt jeder Einzelne von Ihnen den Spruch, der in jeder Schützenhalle in großen Lettern auf Bannern prangt oder in den Veröffentlichungen Ihrer Zeitschriften oder Flyern immer und immer wieder benannt wird. Trotzdem bitte ich Sie, wenn Sie diese Zeilen lesen, einen Moment inne zu halten und sich diese drei Worte mit mir gemeinsam, bewusst vor Augen zu führen.

Glaube-  Sitte - Heimat

Drei Worte nur, doch welche Kraft steckt in ihnen. Drei Worte nur, die unseren Lebenssinn nicht ausdrucksstärker beschreiben könnten. Drei Worte nur, die bei jedem Einzelnen von uns Emotionen und Erinnerungen wachrufen. Tatsächlich schaffen es diese drei Worte, die jahrhundertelange Geschichte der historischen Schützenbruderschaften auf eine Formel zu bringen, und wir alle, die wir dazu gehören, sind Teil dieser Geschichte. Unter dem schützenden Mantel unseres christlichen Glaubens finden wir uns vereint zusammen und versprechen, mit diesen drei Worten auch selber zu schützen.

Ebenso erinnern uns diese drei Worte an unsere Traditionen und Bräuche, die für uns selbstverständlich sind, aber leider nicht mehr für jeden. Wir haben uns mit dem Bekenntnis zu diesen drei Worten verpflichtet, auch diese Traditionen im Sinne eines ethischen und moralischen Verhaltens in der Gemeinschaft weiterzugeben und andere einzuladen daran teilzuhaben. Das alles leben und erleben wir da, wo wir beheimatet sind, in unserem engeren und weitläufigen Umfeld. Dabei sehen wir auch die Weiterentwicklung unserer Gemeinschaft und auch die Vermischung mit anderen Einflüssen. Einerseits halten wir unsere Kulturgeschichte lebendig, andererseits sind wir immer offen für gegenseitigen Austausch, wobei wir versuchen, respektvoll und tolerant mit unserem Gegenüber umzugehen.

Sie sehen, was für eine Wucht drei Worte haben können.  Wie schwergewichtig sie sein können, obwohl es doch nur drei Worte sind. Ich danke Ihnen, dass Sie sich auf das gemeinsame Besinnen von „Glaube, Sitte, Heimat“ eingelassen haben und bitte Sie von Herzen, nicht nur im Hinblick auf unsere bevorstehenden Feste, sondern auch in Ihrem Alltag, hin und wieder an diese drei kleinen Worte zu denken. Glauben Sie mir - heute sind sie wichtiger für uns, als sie es jemals vorher waren.

 

Herzlichst Ihre

Sema Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein